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Geschichte

Wer saß auf der berüchtigten Gefängnisinsel Robben Island ein?

12. Okt.
Land, Nature, Outdoors

Foto: © ddp/CAMERA PRESS/

Bis 1991 wurden, neben Schwerstkriminellen, rund 3000 Männer auf der Gefängnisinsel eingesperrt, die gegen die Unterdrückung der Schwarzen kämpften

(Text: Manuel Opitz)

Tatsächlich: Von hier gab es kein Entkommen. Robben Island liegt zwölf Kilometer vor der südafrikanischen Metropole Kapstadt im Atlantik und war eine Insel des Schreckens. Bis heute ist das zwei mal vier Kilometer große Eiland ein Mahnmal gegen die Apartheid, jene dunkle Zeit der Rassentrennung in Südafrika. Die weiße Regierung ließ ranghohe Aktivisten der afrikanischen Befreiungsbewegung auf Robben Island einsperren, darunter auch den späteren Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela. 18 Jahre, von 1964 bis 1982, verbrachte der Freiheitsheld hier in einer vier Quadratmeter kleinen Zelle. Der Anti-Apartheid-Aktivist Jafta Masemola musste 27 Jahre auf der Insel ausharren – so lange wie niemand sonst. Bis 1991 wurden, neben Schwerstkriminellen, rund 3000 Männer auf der Gefängnisinsel eingesperrt, die gegen die Unterdrückung der Schwarzen kämpften.

Die Haftbedingungen waren furchtbar: Während Mandela und andere hochrangige politische Gefangene in Einzelzellen untergebracht waren, hausten in den regulären Sammelzellen 60 bis 70 Mann. Die Häftlinge mussten unter der Woche in einem Steinbruch schwer schuften. Zugleich waren sie dem Rassenwahn der weißen Wärter ausgesetzt, wurden beleidigt und verprügelt, mussten nackt exerzieren. Es gab selbst Berichte über Wärter, die Gefangenen auf den Kopf urinierten, um sie zu demütigen. Mehrfach traten die Insassen für bessere Haftbedingungen und besseres Essen – »Farbige« und Schwarze bekamen nur Maisbrei – in Hungerstreiks.

Die Anfänge von Robben Island als Sträflingskolonie reichen aber noch viel weiter zurück: Schon die Holländer, die Mitte des 17. Jahrhunderts einen Stützpunkt bei Kapstadt aufgebaut hatten, internierten auf dem Eiland unliebsame Ureinwohner. Ende des 19. Jahrhunderts wurden schließlich Leprakranke auf die Insel verbannt. Seit 1997 ist die frühere Hölleninsel ein Nationaldenkmal und Museum, seit 1999 auch Unesco-Welterbe.

Der Artikel ist in der Ausgabe 9/2020 von P.M. Fragen & Antworten erschienen.

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