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Geschichte

Wie machten sich Ritter schön?

5. Okt.

Foto: © ullstein bild – Archiv Gerstenberg

Ein Ritterturnier im Mittelalter begann so ähnlich wie eine Modenschau:

(Text: Manuel Opitz)

Bevor die stattlichen Männer im Lanzenstechen gegeneinander antraten, zogen sie auf ihren Pferden vor den Zuschauertribünen über den Turnierplatz, ließen sich bejubeln – und zeigten, was sie hatten: glänzende Rüstungen, lange Schwerter, leuchtende Satteldecken und ab dem 13. Jahrhundert vor allem Helme mit einem überdimensionalen Zierrat. Sie waren die Schmuckstücke der Ritter. Auf ihren Häuptern türmten sich Drachenfiguren, Einhörner, Schwäne oder Pflanzen aus Holz, Federn, Stoffen, Drahtgestellen und gekochtem Leder. Je ausladender, desto besser. Die Motive dieser aufwendigen Aufsätze – sogenannte Zimiere oder Helmkleinodien – hingen meist mit der Familiengeschichte und dem Wappen des jeweiligen Ritters zusammen. Zum Kämpfen in einer Schlacht waren die überdimensionierten Prunkhelme natürlich denkbar schlecht geeignet: Sie wurden in erster Linie bei Paraden für Turniere getragen oder sollten bei Waffenspielen vom Gegner abgehauen werden.

Der Artikel ist in der Ausgabe 9/2020 von P.M. Fragen & Antworten erschienen.

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