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Was ist ein Foley-Artist?

22. Feb.
Person, Human, Suit

Foto (C): Alamy Stock Photo

Schlüsselklimpern, Pferdegetrappel, Fett-Gebrutzel: Dafür sorgen im Film Geräuschemacher. Ihr Urvater: Jack Donovan Foley

Schritte, die auf Kies knirschen, Regen, der ans Fenster prasselt, und das Klimpern des Haustürschlüssels: Wenn solche Geräusche in einem Film zu hören sind, wurden sie häufig nicht mit dem Bild aufgenommen, sondern nachträglich hinzugefügt. Dafür sitzt ein Geräuschemacher in einem Studio mit einem Sammelsurium an Dingen und Materialien und überlegt sich passende Laute für die Handlung auf der Leinwand. Für Pferdegetrappel schlägt er Kokosnussschalen aneinander, das Geräusch von brutzelndem Fett in einer Pfanne imitiert er mit knisternder Zellophanfolie.

Bei englischen Filmen – und manchmal auch bei deutschen – ist im Abspann statt »Geräuschemacher« der Begriff »Foley-Artist« zu lesen. Hinter »Foley« steckt keine englische Vokabel, sondern ein Name: Jack Donovan Foley war einer der ersten Geräuschemacher in Hollywood.

Foley sorgte für die Geräuschkulisse in "Dracula" und "Spartacus"

Als die Filmproduktionsfirma Warner Brothers im Jahr 1927 mit »The Jazz Singers« den ersten Tonfilm produzierte, arbeitete Foley bei der Konkurrenz, den Universal Studios. Damals schrieb er unter anderem Drehbücher und half bei der Regie. Universal musste auf die Neuheit reagieren und entschloss sich, den ursprünglichen Stummfilm »Show Boat« nachträglich zu vertonen. Foley war mit im Studio und sorgte dafür, dass neben der Orchestermusik auch Klatschen und Jubeln zu hören war. Eher zufällig kam er so zu seiner Lebensaufgabe.

In den kommenden Jahrzehnten fügte er bei zahlreichen Filmen die Geräuschkulisse hinzu, unter anderem im Horrorfilm »Dracula« von 1931 und im Historienepos »Spartacus« von 1960. Obwohl Foley für seine Tätigkeiten nie im Abspann erwähnt wurde, nahm die Vereinigung der Motion Picture Sound Editors ihn 1962 als Ehrenmitglied auf. Fünf Jahre später starb der Geräuschpionier im Alter von 76 Jahren – sein Name aber bleibt.

(Text: Katrin Fromm)

Der Artikel ist in der Ausgabe 02/2021 von P.M. Fragen & Antworten erschienen.

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