Die Corona-Krise hat uns im Griff und wir können kaum reisen. Aber hier ein paar Orte für den Hinterkopf, wenn es wieder los geht…

Die Zeit der großen Entdeckungen scheint vorbei. Wir sind mit Flugzeugen, Helikoptern und jeder Menge Hightech im Gepäck unterwegs. Per Satellit haben wir jeden oberflächlichen Flecken des Globus fotografiert, halten auf den abenteuerlichsten Reisen telefonischen Kontakt mit der Zivilisation. Google Earth und Naturdokus im TV suggerieren, wir hätten jeden Winkel des Planeten bereits erkundet. Doch es gibt noch zahllose Orte, die nie ein Mensch betreten hat.

Der größte unbekannte Raum auf Erden ist die Tiefsee, also der Teil der Ozeane, der tiefer als 200 Meter unter der Wasseroberfläche liegt. Der Meeresboden ist trotz moderner Vermessungsmethoden auch heute noch zum allergrößten Teil unkartiert. Und nur wenige Menschen haben dort vorbeigeschaut, etwa im Marianengraben im Pazifik. Das ist mit knapp 11 000 Metern die tiefste Stelle der Weltmeere, und einige wenige Abenteurer und Forscher sind mit speziellen U-Booten hinuntergetaucht. Außerdem gibt es zahlreiche Berggipfel, die noch kein Bergsteiger bezwungen hat. Der Gangkhar Puensum in Bhutan gehört dazu, er ist rund 7540 Meter hoch. Auch auf dem Gipfel des Khawa Karpo (6740 Meter) in Osttibet ist bis heute niemand gewesen, seit 2001 ist er als heiliger Ort tabu, vorhergehende Expeditionen sind gescheitert.

Höhlen, Regenwälder, Polar-Regionen

Die größte Höhle der Welt wiederum, Son Doong in Vietnam, wurde erst 1991 in den dicht bewachsenen Bergen entdeckt. Und sie hat zahlreiche Abzweige und Passagen, die auch seither noch kein Höhlenforscher erkundet hat. Gleiches gilt für viele andere Höhlen der Welt. Einige Stellen tief in den Regenwäldern des Amazonas, im Kongo und auf Papua-Neuguinea und so mancher schroffer Tafelberg Venezuelas sind ebenfalls noch unberührt, weil sie so schwer zugänglich sind. Oder sie sind den Einheimischen heilig und werden deshalb nicht betreten.

Auch in vielen Regionen der Arktis und der Antarktis und in einigen entlegenen Winkeln der Wüste Sahara in Afrika ist noch nie ein Mensch gewesen. Zum einen, weil es dort extrem kalt oder warm ist. Zum anderen hoffen Forscher dort nicht auf großartige Entdeckungen. Und daher scheuen die Menschen die Mühen einer wochenlangen Anreise – um dann nichts als Eis, Sand oder Fels vorzufinden.

(Text: Jan Berndorff)

Eine der größten Expeditionen aller Zeiten: Das Forschungsschiff Polarstern sitzt derzeit auf einer Scholle in der Arktis und lässt sich treiben. Alles im Dienst der Forschung. Lesen Sie mehr darüber im Heft 03/2020 von P.M. Fragen & Antworten – oder hören Sie den Podcast Arctic Drift von Audio Now. Da erzählen die Teammitglieder auf der Polarstern, wie es ihnen ergeht.

Warum untersuchen Forscher einen Vulkan in der Arktis?

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