Persephone, die im Wandel der Zeiten zwischen Unter- und Oberwelt hin- und herwechselt, verkörpert sinnbildhaft die Abfolge der Jahreszeiten.

Wenn die alten Griechen nach Erklärungen suchten, war ihnen klar: Daran müssen die Götter schuld sein. Im Falle der Jahreszeiten war es Persephone, die Göttin der Fruchtbarkeit. Sie liebte die Natur. Alles, was sie anfasste, erblühte sofort. Hades, der Gott der Unterwelt, war von ihrer Schönheit beeindruckt und wollte sie zur Frau nehmen. Und als Persephone eines Tages spazieren ging, entführte er sie in das Reich der Toten. Sie war unglücklich, hatte Heimweh, und auch auf der Erde blieb das nicht ohne Folgen: Die Blumen und Bäume, das Getreide, die Früchte – alles verdorrte oder verblühte. Als Persephones Mutter Demeter von der Entführung entfuhr, war sie außer sich. Schließlich konnte sie mit Hades vereinbaren, dass Persephone acht Monate im Jahr auf der Erde verbringen durfte. Und siehe da, als Persephone aus der Unterwelt zurückkehrte, begann es in der Natur wieder zu blühen.

Persephone, die Göttin der Unterwelt und der Fruchtbarkeit

Aber warum sind es genau acht Monate? Demeter überzeugte zunächst Zeus, Persephone aus der Unterwelt zurückzuholen. Er willigte ein, unter der Bedingung, dass Persephone bis dahin keinen einzigen Bissen in der Unterwelt gegessen haben dürfe. Doch auch Götter bekommen irgendwann Hunger, und so schlich sich Persephone in den Garten der Unterwelt und aß ein Stück Granatapfel. Askalaphos, der Gärtner des Hades, beobachtete sie dabei. Schnell berichtete er Hades, was er gesehen hatte. In dem Granatapfel waren zwölf Kerne, vier davon hatte Persephone gegessen. Das sind genau die vier Monate, die sie in der Unterwelt bleiben muss. Und dann ist auf der Erde Winter.

(Text: Nico Schäffauer)

Warum macht der April was er will?

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