In der Raumfahrt forscht man schon lange, wie Menschen auf engem Raum längere Zeit verbringen können.

In Österreich und weltweit sind während der Corona-Krise unzählige Menschen einer außergewöhnlichen Belastung ausgesetzt – sie befinden sich in häuslicher Isolation. Für viele bedeutet das enormen Stress. Familien verbringen auf einmal viel mehr Zeit als sonst gemeinsam auf engem Raum. Rückzugsmöglichkeiten zu finden wird schwierig bis unmöglich.

Langjährige Forschung zu begrenztem Raum

Dass die Isolation früher oder später psychische Auswirkungen haben kann, weiß auch Alexandra Hofmann. Sie ist Psychologin und Teamleiterin der Human Factors des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF). Sie und ihr Team beschäftigen sich schon seit Langem damit, was passiert, wenn Menschen längere Zeit mit anderen auf begrenztem Raum leben müssen. P.M. Wissen hat beim ÖWF nach Tipps gefragt, wie man die Isolation besser überstehen kann.

Wie trainieren Astronauten die Isolation?

Auswirkungen der Isolation

In der Raumfahrt beschäftigt man sich schon länger mit dem Thema Isolation. Astronauten sind oft dazu verdammt, auf kleinem Raum und unter psychischer Belastung miteinander zu leben und das über Monate oder sogar Jahre. Seit 20 Jahren betreibt das ÖWF Mars-Analog-Forschung in Zusammenarbeit mit internationalen Wissenschaftseinrichtungen, bei der es unter anderem um das Thema der Isolation geht.

„Die vielen weltweit angewandten Handlungsempfehlungen der Psychologen für isolierte Menschen zuhause jetzt zur Zeit der Corona-Krise basieren auf solider Forschung. Ein Teil davon wurde in Österreich entwickelt.“, sagt Analogastronaut und ÖWF-Direktor Gernot Grömer. „Wir freuen uns, dass die Analogforschung, bei der es eigentlich um die Vorbereitung einer Marsreise in 20 bis 30 Jahren geht, unerwarteter Weise den Menschen schon jetzt während der Pandemie helfen kann. Und das noch bevor der erste Mensch den ersten Schritt auf den Roten Planeten gemacht hat.“, so Grömer, der auch Moderator von P.M. Wissen ist.

Stress macht uns bereit für Kampf und Flucht

Stress ist zunächst eine sinnvolle Erfindung der Natur. Das Gehirn sendet Startsignale an die Nebenniere. Diese schüttet die Stresshormone Noradrenalin und Adrenalin aus, kurz darauf Cortisol. Dieser Hormoncocktail erhöht Herzfrequenz und Blutdruck, der Blutzucker steigt, die Bronchien weiten sich. Wir sind bereit für Kampf oder Flucht. Doch, was evolutionär berechtigt ist, kann heute unerwünschte Nebenwirkungen zur Folge haben, gerade in Isolation.

Claus Lamm ist Leiter der Abteilung sozialer, kognitiver und affektiver Neurowissenschaften der Universität Wien. Er erforscht mit seinem Team, wie sich unser Verhalten und Denken unter akutem Stress verändert. Welche Auswirkung hat Stress auf unsere Hirnleistung? Welche Folgen kann Stress langfristig haben?

Text: ServusTV

Wie können wir besser in der Isolation klarkommen?

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