DNA-Tests verraten immer mehr über uns, das kann die Aufklärung von Verbrechen beschleunigen

Ein Haar, ein Blutstropfen könnte künftig genügen, um das Phantombild eines Täters zu erstellen – sollten sich die Ideen von Forschern in der Zukunft umsetzen lassen. Genetiker wie Manfred Kayser von der Erasmus-Universität Rotterdam wollen nämlich aus dem Erbgut eines Menschen sein Aussehen ablesen. Die Farbe von Augen, Haut und Haaren zum Beispiel ist in unseren Genen gespeichert, wie auch viele andere körperliche Merkmale. Ob jemand blaue oder braune Augen hat, kann Kayser inzwischen recht gut mit einem von ihm entwickelten DNA-Test herausfinden, dafür hat er sechs genetische Marker ausgemacht.

Durch DNA-Spur zum Phantombild

Auch Rot- und Schwarzhaarige kann er mit hoher Treffsicherheit identifizieren. Bei blonden und braunhaarigen Menschen fällt ihm das allerdings nicht so leicht. Schließlich werden viele blonde Kinder als Erwachsene braunhaarig. Ob die Haare hell bleiben oder dunkel werden, kann Manfred Kayser aber bisher nicht aus dem Erbgut herauslesen. Dafür kann er jedoch auch fünf Gruppen unterschiedlich heller Hautfarben voneinander unterscheiden. Selbst ein Gen, das den Augenabstand verringert, hat er gefunden. Allerdings machte es unter den mehr als 10 000 untersuchten Menschen nur einen Unterschied von ein bis zwei Millimetern aus, der Augenabstand aller Probanden variierte aber insgesamt um mehr als zwei Zentimeter. Das heißt, mehrere Gene nehmen Einfluss auf den Abstand der Augen. Daher dämpft Kayser auch allzu große Erwartungen an die DNA-Auslesung: »Es wird noch Jahre dauern, bis wir ein echtes Phantombild aus DNA ableiten können.«

(Text: Astrid Viciano)

Lässt sich durch die DNA ein Phantombild erstellen?

P.M. Magazin
ANZEIGE

P.M. Magazin

Spannende Berichte aus Forschung und Technik von heute und morgen.

Jetzt bestellen