Angst ist ein unangenehmes, aber extrem wichtiges Gefühl. Bewegung hilft uns, wenn die Furcht zu groß wird oder uns das Leben zu schwer macht.

Schon seit mehreren Jahrzehnten untersuchen Forscher, wie Sport mit unserem Seelenleben zusammenhängt. Eine erste Meta-Studie, also eine Auswertung mehrerer Untersuchungen, liegt bereits seit den frühen 1990er-Jahren vor. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass schon 25 Minuten Sport eine nachweisbare Wirkung haben: Unsere Angst nimmt ab. Seither haben viele weitere Studien diese Annahme bestätigt. Mehr noch: Wer regelmäßig Sport treibt, leidet seltener unter Angstzuständen. Bewegungsmangel dagegen gilt in Sachen Angst als Risikofaktor. Manche Therapeuten empfehlen deshalb als Sofortmaßnahme gegen eine Panikattacke: Geh nach draußen und lauf, so schnell du kannst – bis du komplett aus der Puste bist.

Ein Programm zum Überleben

Angst ist ein altes Überlebensprogramm aus der Urzeit und Flucht die natürliche Reaktion unseres Körpers: Im Savannengras erscheint ein Löwe. Dem Raubtier entkommt, wer schneller läuft als der langsamste Horden-Genosse. Ganz so extrem muss der Spurt aber wohl gar nicht sein. Eine neue Meta-Analyse über die Wirkung von Sport auf unser Befinden kommt jetzt zum Ergebnis, dass bereits ein Training von mäßiger Intensität genügt, um unsere Stimmung wirksam aufzuhellen. Wie alles in der Psychologie gilt auch diese Erkenntnis nur mit Einschränkung. Wir sind Menschen und keine Maschinen. Nicht jeder Sprint entspannt jeden in jeder Situation. Doch er hilft offenbar oft genug, um ihn im Alltag empfehlen zu können. Deshalb gilt: Ja, man kann seiner Angst einfach davonlaufen. Zumindest kurzfristig.

(Text: Jochen Metzger)

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