Rund 80 Prozent der Bevölkerung neigen zu »Optimismusverzerrung«. Ist diese Haltung wirklich optimal für unser Wohlbefinden? Das haben britische Forscher jetzt überprüft.

(Text: Jochen Metzger)

Grundsätzlich ist Optimismus eine tolle Sache. Glückliche Menschen erwarten eher Gutes von ihrer Zukunft. Und wer Gutes von seiner Zukunft erwartet, ist eher glücklich. Doch was passiert eigentlich, wenn wir es mit dem Optimismus übertreiben? Wenn wir viel mehr Gutes erwarten, als das Leben bereithält? Psychologen sprechen dann von einer »Optimismusverzerrung« – und die ist keine Seltenheit: Rund 80 Prozent der Bevölkerung neigen dazu.

Ist diese Haltung wirklich optimal für unser Wohlbefinden? Das haben britische Forscher jetzt überprüft. Sie schauten sich die Langzeitdaten von mehr als 1600 Menschen an. Diese hatten regelmäßig angegeben, welche Erwartungen sie an ihre finanzielle Zukunft hatten. Ebenso regelmäßig hatten die Forschenden überprüft, inwieweit sich diese Erwartungen erfüllt hatten – und wie es jeweils um die Lebenszufriedenheit der Teilnehmer stand. Dabei zeigte sich: Am glücklichsten waren jene Personen, die ihre finanzielle Zukunft einigermaßen realistisch eingeschätzt hatten. Wer zu pessimistisch nach vorn blickte, war im Durchschnitt um 20 Prozent weniger glücklich.

Wer sich umgekehrt vom kommenden Jahr zu viel erhofft hatte, lag etwa in der Mitte: Übertriebene Optimisten waren um 13,5 Prozent unglücklicher als die Realisten – damit aber auch glücklicher als die Pessimisten.

Optimismus ist also generell kein Weg ins Unglück. Wenn wir damit übertreiben, kann uns das aber trotzdem ein paar Punkte auf der Zufriedenheitsskala kosten.

Der Artikel ist in der Ausgabe 08/2021 von P.M. Fragen & Antworten erschienen.

Warum meistern manche Menschen Krisen besser als andere?

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