»Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200…« So beginnen die Folgen der Fernsehserie »Raumschiff Enterprise« aus den 1960er-Jahren. Aber ist ein War-Antrieb eine realistisch umsetzbare Idee?

Der Kopf hinter der Serie, der Amerikaner Gene Roddenberry, war dicht dran an der Wissenschaft und ließ sich beraten, was die Zukunft wohl bringen würde. Und so ist die Rede davon, dass der Warp-Antrieb im Jahr 2063 erfunden wird, dadurch kann das Raumschiff durchs All rasen. Die US-Regierung griff den Begriff unlängst auf – in ihrer »Operation Warp Speed« geht es um die schnelle Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus.

Zum technischen Hintergrund: Ein Raumschiff mit Warp-Technologie krümmt den Raum um sich herum – die Raumzeit hinter dem Schiff wird expandiert, und vor ihm wird sie zusammengestaucht, die Strecke zum Ziel wird also kürzer. Von außen sieht es so aus, als würde man mit Überlichtgeschwindigkeit fliegen. Wäre es wirklich möglich, bis 2063 so etwas zu entwickeln? Dann wäre die Reise zum Mars ja ein Klacks.

»Nein, bis dahin wird der Warp-Antrieb nicht Realität geworden sein«, sagt Ulrich Walter, Space-Shuttle-Astronaut und Leiter des Lehrstuhls für Raumfahrttechnik an der TU München. »Der Grund dafür ist einfach: Es kann ihn nie geben.« Das kleinere Problem bei einem Warp-Antrieb: Man bräuchte für eine solche Reise irrwitzig viel Energie. Das viel größere: Eine solche Warp-Blase könnte Zeitschleifen rückwärts in der Zeit erschaffen. »Das kann zu logischen und somit unbehebbaren Inkonsistenzen führen«, sagt Walter, und es bestehe die Gefahr, dass man das Raum-Zeit-Gefüge aus den Angeln hebe.

Warp-Antriebe sind aus der Science-Fiction-Literatur bekannt

Dennoch wird weltweit in kleinem und größerem Rahmen weiter am Raumschiff Enterprise geforscht – wobei der Physiker Metin Tolan von der TU Dortmund schreibt, »dass wir gegenwärtig von der Realisierung eines auch nur Warp-ähnlichen Antriebs wesentlich weiter entfernt sind, als es der Neandertaler von der Concorde war«.

Träumen ist aber nicht nur in »Star Trek« erlaubt. »In der Forschung kann man nicht vorhersagen, was in ein paar Jahren sein wird. Zum Beispiel kam die Supraleitung völlig überraschend«, sagt Martin Tajmar, Leiter der Professur für Raumfahrtsysteme an der TU Dresden. »Lassen wir uns überraschen und nicht entmutigen, unser Forschergeist hat schon viel Unmögliches möglich gemacht!«

(Text: Sven Stillich)

Dieser Artikel ist in P.M. Fragen & Antworten 07/2020 erschienen.

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