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Mit welcher Flüssigkeit soll man Tabletten einnehmen?

28. Apr.
Foto (C): Pixabay / Christian Trick

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Kaffee, Milch, Wasser? Ist es egal, womit ich meine Medikamente schlucke? Nein, kommt auf den Wirkstoff an.

Viele Menschen müssen regelmäßig Tabletten einnehmen. Da gibt es die Pille zum Frühstück, die Pille nach dem Abendessen. Was manche Patienten jedoch nicht wissen: Es ist nicht egal, mithilfe welcher Flüssigkeit sie ihre Medikamente schlucken. Denn manche Getränke können die Wirkung der Medikamente verstärken oder abschwächen. So können zum Beispiel die in Milchprodukten enthaltenen Kalziumionen die Aufnahme bestimmter Arzneistoffe vermindern. Bisphosphonate, die bei Osteoporose verschrieben werden, gehören dazu, ebenso wie bestimmte Antibiotika. Daher sollten zwischen der Einnahme dieser Arzneimittel und dem Konsum von Milchprodukten mindestens zwei bis drei Stunden Zeit liegen. Ähnliches gilt für Mineralwasser mit einem hohen Kalziumgehalt.

So schön sieht es aus, wenn sich Tabletten auflösen:

Die Leber ist entscheidend!

Manche Getränke nehmen auch Einfluss auf den Darm und die Leber. Dort werden Arzneimittel vor allem verstoffwechselt, das Enzymsystem Cytochrom P450 spielt dabei eine wichtige Rolle. So hemmen in der Grapefruit enthaltene Inhaltsstoffe Teile dieses Enzymsystems. Die Arzneimittel werden folglich langsamer abgebaut, und Nebenwirkungen der Medikamente treten öfter auf. Dazu gehören unter anderem Cholesterinsenker, Blutdruckmittel und Immunsuppressiva, also Mittel, die das Immunsystem unterdrücken sollen. »Hier genügt es nicht, einen zeitlichen Abstand zur Medikamenteneinnahme einzuhalten«, sagt Ursula Sellerberg, Apothekerin und stellvertretende Pressesprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Da die Hemmung des Enzymsystems bei Grapefruit nicht umkehrbar ist, dauert der Effekt länger an. Daher sollten Patienten, die besagte Medikamente einnehmen müssen, auf Grapefruit verzichten.

Was aber können die Betroffenen dann trinken, um ihre Tabletten zu schlucken? »Leitungswasser«, sagt Sellerberg. Am besten 200 Milliliter, also ein Glas voll. Dann müssen sich die Patienten keine Sorgen um irgendwelche Wechselwirkungen machen.

(Text: Astrid Viciano)

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