Starkregen bei Gewitter, norddeutscher Sprühregen oder ein warmer Tropenguss: Regen kann sehr unterschiedlich sein. Doch wie schnell fallen die Tropfen dabei eigentlich?

Ein himmelsüblicher Regentropfen aus einer üblichen Regenwolke, einem Nimbostratus etwa, der grau und großflächig das Sonnenlicht abschirmt, hat einen Durchmesser von rund zwei Millimetern. Fällt er zu Boden, dellt ihn die Luft an seiner Unterseite ein. Seine Oberseite hingegen wölbt sich; die Form des Tropfens gleicht der eines Miniatur-Burgerbrötchens. In einer Sekunde legt solch ein Regentropfen grob berechnet etwa sechs Meter zurück (etwa 21 Kilometer pro Stunde). Dabei hängt seine Geschwindigkeit natürlich auch von den Windverhältnissen ab. Je nachdem, wie stark und woher es weht, beschleunigen und bremsen Winde die Tropfen.

Regentropfen sind nicht immer kugelförmig

Sprühen Stratuswolken – die »Tiefflieger« unter den Himmelsgebilden – Nieseltröpfchen in die Landschaft, segeln diese allerdings eher zu Boden, als dass sie fallen. Denn die kugelrunden Leichtgewichte haben einen Durchmesser von kaum einem halben Millimeter. Pro Sekunde schaffen sie vielleicht zwei, drei Meter, wenn überhaupt (das sind etwa zehn Kilometer pro Stunde). Ganz anders die niederschmetternden Tropfen einer Gewitterwolke: In diesen Kumulonimbussen rempeln sich die Tropfen gegenseitig an und prallen aufeinander. Luftströmungen versetzen sie in Schwingung, sie verformen und dehnen sich. So »verschmelzen« sie zu immer dickeren Exemplaren mit einem Durchmesser von maximal acht Millimetern. Manche Tempotropfen prasseln dann mit einer Geschwindigkeit von rund zehn Metern pro Sekunde gen Erde (das sind 36 Kilometer pro Stunde). Das ist so schnell, dass unser Auge nur noch Wasserfäden wahrnimmt – die sprichwörtlichen Bindfäden.

(Text: Barbara Lich)

Dieser Artikel ist in P.M. Fragen & Antworten erschienen.

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