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Warum sterben Fische nicht, wenn der Blitz einschlägt?

11. Dez.
Nature, Outdoors, Storm

Wie gefährlich ein Blitzschlag ins Wasser für Fische ist, hängt auch von ihrer Größe ab
Foto: © ddp

Wenn Menschen sich im Wasser befinden und es anfängt zu blitzen, besteht hohe Gefahr. Doch wie verhalten sich Fische bei einem Gewitter?

(Text: Jan Berndorff)

Wenn man in einem See oder im Meer badet und ein Gewitter zieht am Himmel auf, dann heißt es zu Recht: möglichst schnell raus aus dem Nass und an Land gehen! Denn an der flachen Wasseroberfläche bildet schon der Kopf eines Schwimmers, der aus dem Wasser herausschaut, ein willkommenes Ziel für einen Blitz. Der schlägt vor allem in erhöhte Punkte der Landschaft ein. Darum sind an Land häufig Bäume von Blitzschlägen betroffen, Häuser haben einen Blitzableiter. Und auf dem Wasser ist eben alles gefährdet, was die Oberfläche von Meeren, Seen und Flüssen überragt.

Da Fische unter Wasser leben, sind sie in dieser Hinsicht sicherer als Schwimmende. Dennoch können auch sie sehr wohl von Blitzen erwischt und getötet werden. Denn Wasser ist ein guter Stromleiter – Salzwasser wegen der großen Menge darin gelöster Stoffe sogar ein noch viel besserer als Süßwasser. Darum verteilt sich bei einem Blitzeinschlag in die Wasseroberfläche der Strom zu allen Seiten und nach unten. Dabei nimmt die elektrische Feldstärke, die sich rundherum aufbaut, zwar mit dem Quadrat der Entfernung vom Einschlag ab – also sehr schnell. Doch je nach Blitzstärke kann das auch in bis zu 50 Meter Entfernung noch gefährlich sein.

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Womöglich ahnen Fische die Gefahr bei Gewitter und tauchen in die Tiefe

Dann kommt es darauf an: Ist der Fisch groß und liegt senkrecht zu den elektrischen Feldlinien im Wasser, so kann sich zwischen Anfang und Ende seines Körpers eine hohe Spannung aufbauen. Dann fließt viel Strom durch den Fisch und macht ihm den Garaus. Ist das Tier dagegen eher klein oder sein Körper liegt entlang der Feldlinien im Wasser, so ist die Spannungsdifferenz gering, und er kommt mit dem Leben davon.

Womöglich ahnen Fische im Meer oder in einem See die Gefahr bei Gewitter und tauchen in die Tiefe, wo sie sicher sind. Und am flachen Gartenteich, in dem sie nicht entkommen könnten, gibt es rundherum genügend höhere Strukturen, die der Blitz beim Einschlag bevorzugt. Darum – und weil die wenigsten Beobachtenden bei Gewitter unterwegs sind – sieht man recht selten tote Fische nach einem Blitzeinschlag im Wasser treiben.

Der Artikel ist in der Ausgabe 11/2022 von P.M. Schneller Schlau erschienen.

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