2022 soll eine Region an das 4G-Netz angeschlossen werden, die entlegener kaum sein könnte – und in der bislang auch niemand lebt: der Mond

Die gesamte Mobilfunkwelt spricht zurzeit über die Möglichkeiten, die uns das neue 5G-Netz bieten wird. Dabei sind zahlreiche dicht besiedelte Gebiete der Erde noch nicht einmal vollständig mit dem Vorgänger 4G/LTE versorgt und somit nicht auf dem bisherigen Stand der Mobilfunktechnik – darunter auch viele Regionen in Deutschland.

Handyempfang auf dem Mond als Teil eines NASA-Programms

Umso überraschender, dass nächstes Jahr bereits eine Region an das 4G-Netz angeschlossen werden soll, die entlegener kaum sein könnte – und in der bislang auch niemand lebt: der Mond. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat kürzlich dem finnischen Mobilfunkunternehmen Nokia den Auftrag erteilt, bis 2022 ein entsprechendes Netz auf dem Erdtrabanten einzurichten. 14,1 Millionen US-Dollar lässt sich die Nasa das kosten. Zusammen mit dem Raumfahrtunternehmen Intuitive Machines, das über ein Mondlandemodul verfügt, will Nokia den Auftrag umsetzen und entsprechende Antennen aufstellen. Das Vorhaben ist Teil des Nasa-Programms »Artemis«, mit dem die Amerikaner 2024 auf den Mond zurückkehren und bis 2028 eine feste Bodenstation errichten wollen. Das Mobilfunknetz wird dabei nicht nur die Kommunikation der Astronauten per Funk erleichtern, sondern auch die Fernsteuerung und Telemetrie von Rovern, Robotern und anderen Maschinen.

Die Funktechnologie wird vom Prinzip her die gleiche sein wie auf der Erde. Allerdings muss sie auf die extremen Klimabedingungen vorbereitet werden. Auf der Mondoberfläche kann es zwischen minus 160 und plus 130 Grad Celsius kalt beziehungsweise warm werden. Auch der extremen Beschleunigung bei Raketenstarts müssen die Geräte standhalten.

(Text: Jan Berndorff)

Der Artikel ist in der Ausgabe 04/2021 von P.M. Fragen & Antworten erschienen.

Wie ist der Mond entstanden?

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