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Kann man in Träumen Werbung schalten?

11. Feb.

Foto: © picture alliance / dieKLEINERT.de / Ann-Kathrin Bus

Die »gezielte Traum-Inkubation« gilt als aufregende neue Marketingstrategie. Womöglich könnte der geträumte Werbesport schon bald ein Thema werden.

(Text: Minerva Fois)

Von jeher interessieren sich Menschen für den Grenzbereich zwischen Traum und Wirklichkeit und die Frage, inwieweit sich Träume steuern lassen – die eigenen, aber auch die von anderen Menschen. Zum Beispiel zu therapeutischen Zwecken: Wer im Schlaf einen ekligen Mix aus Zigarettenrauch und faulen Eiern schnuppern muss, hat laut einer Studie in der Woche darauf deutlich weniger Lust aufs Rauchen. Auch der Werbeindustrie böten Eingriffe ins Unterbewusstsein und die nachhaltige Manipulation von Träumen faszinierende Möglichkeiten. Und tatsächlich gilt die »targeted dream incubation« (»gezielte Traum-Inkubation«; das lateinische Wort »incubare« heißt »ausbrüten«) bereits als aufregende neue Marketingstrategie. Womöglich könnte der unfreiwillig geträumte Werbespot sogar schon in naher Zukunft ein Thema werden.

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Brauerei-Vorstoß ins Reich der Träume

Die amerikanische Bierfirma Coors zumindest hat bereits im vergangenen Jahr versucht, einen solchen Traum-Werbespot zu entwickeln – und Freiwillige zum Mitmachen eingeladen. Probanden sollten sich kurz vor dem Einschlafen mehrmals hintereinander ein spezielles Kurzvideo anschauen, mit simuliertem Gleitflug durch frische Bergwelten, dazwischen tauchen hüpfende Bierdosen auf. Außerdem sollte man in der folgenden Nacht beim Schlafen eine passende Klangcollage laufen lassen, um die Bier-Träume anzuregen. Über die genauen Resultate ist nichts bekannt, aber laut Darstellung der Brauerei hatte es zuvor einen wissenschaftlich begleiteten Testlauf im Schlaflabor gegeben – und dort sollen Teilnehmer wohl tatsächlich vom Markenbier geträumt haben. Was für den Laien skurril klingt, finden viele Fachleute eher alarmierend: Der Brauerei-Vorstoß ins Reich der Träume brachte fast 40 internationale Expertinnen und Experten aus dem Bereich Schlaf- und Traumforschung im Juni dazu, gemeinsam einen offenen Brief zu verfassen. »Wenn Menschen Träume zu Verkaufszwecken ins Gehirn gepflanzt werden (…), dann müssen wichtige ethische Fragen gestellt werden«, heißt es da eindringlich. Der Grund: Unser Gehirn braucht die Traum-Zeit, um neue Eindrücke mit bereits Gelerntem abzugleichen. Nur so können wir darauf hoffen, im Verlauf unseres Lebens nicht nur älter, sondern auch weiser zu werden.

Der Artikel ist in P.M. Schneller Schlau erschienen.

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