Kurz vor Mitternacht an Silvester ist es so weit: schnell die Sektflasche öffnen und allen Gästen ein Glas zum Anstoßen einschenken. Dabei ging es allerdings nicht immer so gesittet zu.

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Der Brauch stammt angeblich aus dem Mittelalter. Damals stießen nur Rivalen ihre Trinkbecher aneinander – und zwar so heftig, dass jeweils ein Schluck des eigenen Getränks in das Gefäß des Kontrahenten schwappte. So konnten beide sicher sein, dass keiner dem anderen Gift in den Trank gemischt hatte.

Theorie: Gläserklirren bedeutet Reichtum

Einer anderen Theorie zufolge entstand die Sitte des Anstoßens erst im 16. Jahrhundert. Damals war feines Geschirr Mangelware. Konnte ein Gastgeber jedem seiner Gäste ein eigenes Trinkglas zur Verfügung stellen, galt lautes Gläserklirren als akustischer Beweis für den Reichtum seines Haushalts. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts erschallte dann noch ein „Prost!“ dazu. Der Ruf ist eine Verkürzung des lateinischen „Prosit!“ und stammt aus der Studentensprache. Er drückt den Wunsch „Es nütze!“ oder „Es sei zuträglich!“ aus. Der Aberglaube, dass beim Anstoßen über Kreuz Unglück drohe, kam dagegen erst vor wenigen Jahrzehnten auf.

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