Während sich Geburtshelfer früher nur dann für einen Kaiserschnitt entschlossen, wenn die Gefahren für Mutter oder Kind durch die natürliche Geburt größer waren als die Risiken eines Kaiserschnitts, werden sie heute oft auch auf Wunsch der Schwangeren tätig. Seit wann gibt es eigentlich den Kaiserschnitt?

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Am Anfang steht: Julius Cäsar. Der römische Imperator ist der Namenspatron der operativen Geburtshilfe. Dem Schriftsteller Plinius dem Älteren zufolge wurde der Herrscher aus dem Bauch seiner Mutter herausgeschnitten. Aus „Cäsar“ leitete sich später das deutsche Wort „Kaiser“ ab; der Begriff „Kaiserschnitt“ knüpft an die Legende an. Dass Cäsar wirklich auf diese Weise zur Welt kam, ist jedoch unwahrscheinlich. Der Eingriff hätte in der Antike den sicheren Tod der schwangeren Frau bedeutet. Cäsars Mutter lebte nach dessen Geburt aber noch fast 50 Jahre. Ohnehin durften Schnittgeburten nur an Toten vorgenommen werden.

Ein Kaiserschnitt ist heute kaum noch mit Risiken verbunden

Den ersten erfolgreichen Kaiserschnitt soll um 1500 der Schweizer Jacob Nufer durchgeführt haben. Als Schweinekastrator hatte er bereits Jungen aus den Bäuchen trächtiger Säue geholt. Als seine schwangere Frau tagelang in den Wehen lag, wollte er sie retten – und wandte die Erfahrungen aus den Schweineoperationen bei ihr an. Tatsächlich überlebten Gemahlin und Kind. Doch bis ins 19. Jahrhundert hinein starben die meisten Frauen nach dem Kaiserschnitt.

Wie haben Frühchen bessere Überlebenschancen?

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