Heute überschwemmen Kochbücher in scheinbar unendlicher Vielfalt den Markt. Aber wie war das mit den Anfängen des Kochbuchs?

Number, Text, Symbol

Die Spur der Feinschmecker in Europa führt – keine Überraschung – nach Italien. „Über die Kochkunst“ heißt die älteste erhaltene Rezeptsammlung aus der römischen Spätantike. Darin zu finden sind Gerichte wie „Ragout von Frühpfirsichen“ – meist aber ohne Mengen- oder gar Zeitangaben.

Erster Star-Koch der Geschichte: Maestro Martino

Das erste gedruckte Kochbuch stammt ebenfalls aus Italien, von Maestro Martino, dem ersten Star-Koch der Geschichte. Er kochte in den 1460er-Jahren in Rom für einen Kardinal, der wiederum die Reichen und Mächtigen zu Gast hatte. Dort gab es etwa „Gebratenes Zicklein in safrangelber Soße“ oder „Maccaroni siciliani“. Sein Buch „Libro de arte coquinaria“ wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und blieb 200 Jahre lang der Küchenklassiker schlechthin. Martino nannte sogar Zeitangaben: etwa „vier Vaterunser“ – zuverlässige Uhren mit Minutenmaß gab es eben noch nicht.

Das Vorbild moderner Kochbücher stammt dagegen aus England, ausgerechnet. 1845 verfasste die erfolglose Dichterin Eliza Acton „Modern Cookery for Private Families“, und zwar erstmals samt Zutatenliste, exakten Mengenangaben und Kochzeiten.

Warum ist Zeit eine wichtige Zutat beim Kochen?

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