Prothesen sind künstliche Körperersatzstücke. Arm- und Beinprothesen kommen meist nach Amputationen oder bei angeborenen Fehlbildungen zum Einsatz. Aber seit wann gibt es eigentlich schon Prothesen?

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Die Frau mit dem Holzzeh: Vor rund 3000 Jahren verlor die Tochter eines Priesters in Ägypten ihren großen Zeh – und erhielt Ersatz. Für sie wurde eine maßgeschneiderte Prothese angefertigt, die mit einer Lederlasche an ihrem Fuß befestigt war. Dieser Holzzeh gilt als älteste Prothese der Welt. Er verblasst aber gegen das Körperersatzteil, das Archäologen im Westen Chinas fanden: ein Stelzbein aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. Es gehörte einem Mann, dessen linkes Bein versteift war. Deshalb schnallte er ein Holzbein an den Oberschenkel. Mit Erfolg: Er wurde 50 bis 65 Jahre alt, beweisen seine Knochen.

Schon seit Jahrtausenden versucht der Mensch, abgetrennte Körperteile zu ersetzen

Die berühmteste Prothese hierzulande trug wohl Götz von Berlichingen, der Ritter mit der eisernen Hand. 1504 zerschmetterte ein Kanonenschuss seine rechte Hand. Ein Schmied sorgte mit einer technischen Meisterleistung für Abhilfe: Er konstruierte eine Prothese samt einem Greifmechanismus aus Federn und Zahnrädern, den der Ritter mit der gesunden Hand betätigen konnte. Dank der Hand konnte von Berlichingen die Zügel seines Pferdes halten – und eine Karriere als gefürchteter Raubritter beginnen.

Prothese mit Gedankensteuerung?

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