Zimmerpflanzen werden im Innenraum kultiviert. Sie machen die Wohnung behaglich und verbessern das Raumklima. Aber seit wann gibt es eigentlich Zimmerpflanzen?

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Das Pflänzchen auf der Fensterbank wird nur allzu gern als spießig abgetan, dabei stehen die Anfänge des Zimmergrüns für Abenteuer, Luxus und Sammlerwut. Als eine der ersten Zimmerpflanzen gilt Mediterrane Myrte, die im 16. Jahrhundert quasi in jedem Haushalt in Deutschland spross. Nach der Hochzeit pflanzte die Ehefrau einen Ableger des Myrten-Brautkranzes in die Erde – als Symbol für Glück. Exotischer wurde es dann in der Biedermeier-Zeit: Weltweit schwärmten Pflanzenjäger aus und brachten tropische Nutz- und Zierpflanzen nach Europa.

Zimmerpflanzen sind ein Hobby sehr vieler Menschen

Dank neuer Heizungen und größerer Fensterfronten wuchsen sie auch in bürgerlichen Stuben. „Ofenpflanzen“ hießen jene Gewächse aus den Tropen denn auch, die nur in Ofennähe überlebten. Fortan wurden Pflanzen wie Gemälde und Bücher gesammelt, als Schmuckstücke präsentiert oder auch mal ausgeliehen. Großbritannien etwa steckte jahrzehntelang in einem „Farn-Fieber“. Die 20er-Jahre brachten hierzulande allerdings das vorläufige Ende für den Wohnzimmer-Dschungel: Die Bauhaus-Ära gestattete statt verspielter Ranken höchstens einen Kaktus.

Dieser Artikel ist in P.M. History Ausgabe 8/2020 erschienen.

Wieviele Pflanzen braucht der Mensch für Atemluft?

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