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Was bringen Speedlimiter?

3. Dez.

Foto: © imago images/photothek

Ab 2022 sollen neue Automodelle mit einem Speedlimiter auf den Markt kommen. Was bringt die Technologie?

(Text: Susanne Donner)

Vom kommenden Jahr an sollen neue Automodelle mit einer eingebauten Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Markt kommen. Überschreitet der Wagen ein Tempolimit, drosselt das Fahrzeug automatisch den Motor oder gibt einen Warnton ab. Es könnte auch ein Lämpchen blinken. Die Details der als »eingebaute Bremse« angekündigten Technik sind noch nicht ganz festgezurrt. Gewiss ist nur, dass sie kommt.

Der Einsatz der Speedlimiter könnte ein Drittel aller Unfälle, Verkehrstoten und -verletzungen verhindern, argumentiert die Europäische Kommission. Tatsächlich sind die meisten Kollisionen auf zu schnelles Fahren zurückzuführen.

Der Verkehrswissenschaftler Oliver Carsten von der University of Leeds untersuchte die Technik mit 30 Probanden in einem Fahrsimulator. Diese lobten grundsätzlich die Funktion des Speedlimiters, empfanden einen Alarmton oder ein blinkendes Lämpchen aber als nervig. Sie bevorzugten, dass das Auto die Motorleistung selbsttätig drosselt, sprich: aktiv mithilft, das Tempolimit einzuhalten. Punkte und Geldstrafe wegen zu schnellen Fahrens wären dann im Idealfall passé.

Nicht alle sind vom Einbau der Geschwindigkeitsbegrenzer überzeugt

Ein weiteres Plus der Technik sieht der Umweltexperte Matthew Barth, Direktor des Zentrums für Umweltforschung und -technologie an der University of California, aber darin, dass der Verkehr auf Autobahnen wie innerorts besser fließen würde. Speedlimiter würden Staus und stockenden Verkehr vermeiden helfen. Mittelfristig ließen sich sogar intelligente Tempolimits einführen: Bei dichtem Verkehr würden die Wagen langsamer fahren als bei freier Fahrt. »Das macht den Straßenverkehr sauberer, stressfreier und sicherer«, argumentiert Barth. Der Kohlendioxidausstoß kann durch die Technik um 12 bis 70 Prozent sinken, rechnete er aus.

Allerdings sind nicht alle vom Einbau der Geschwindigkeitsbegrenzer überzeugt. So moniert etwa der ADAC, dass Tempolimits noch nicht verlässlich genug erkannt werden. Aufgrund solcher Kritik und des Widerstands aus der Autoindustrie können Fahrer den Speedlimiter in ihrem Fahrzeug auch ausschalten. Beim Überholen lässt er sich zudem übersteuern, indem man das Gaspedal kräftig durchtritt.

Der Artikel ist in der Ausgabe 10/2021 von P.M. Fragen & Antworten erschienen.

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