Servus P.M.
Wöchentlich bei
Technik

Was macht Beton noch stabiler?

20. Dez.
City, Urban, High Rise

Noch mit maskenfreiem Beton gebaut: das »Hotel Uzbekistan« in Taschkent

Foto: © Mathias Rhode / Alamy Stock Photo

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben eine originelle Recyclingmethode für Corona-Müll entwickelt: Sie mischen alte Masken in Beton und machten diesen somit stabiler

(Text: Ulf Schönert)

Alte Corona-Masken! Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Royal Melbourne Institute of Technology in Australien haben diese originelle Recyclingmethode für Corona-Müll kürzlich entdeckt. Sie schredderten gebrauchte FFP2-Masken, Handschuhe und Schutzanzüge zu Streifen von fünf Millimeter Breite und 20 Millimeter Länge. Anschließend mischten sie die Schnipsel in herkömmlichen Beton – einmal mit einem Anteil von 0,01 Prozent, einmal mit 0,02 Prozent und einmal mit 0,03 Prozent.

Die Ergebnisse sind beeindruckend. In allen drei Versuchen führten die Beimischungen zu mehr Druckbeständigkeit und Elastizität des Betons. Am besten war das Ergebnis bei einer Beimischung von 0,03 Prozent. Die Druckbeständigkeit erhöhte sich im Vergleich zum Kontrollmaterial ohne Beimischung um etwa 15 Prozent und die Elastizität um zwölf Prozent. Das Hinzufügen von Zusätzern, um Beton bessere Eigenschaften zu verleihen, ist nicht ungewöhnlich. Üblich ist zum Beispiel die Beimischung von Stahl- und Glasfasern, aber auch von Kunststoffen. Die Idee, Corona-Abfälle aus dem Gesundheitswesen zu verwenden, liegt also gar nicht so fern. Denn auch die bestehen zum größten Teil aus den Kunststoffen Polyethylen und Polypropylen. Und fallen in rauen Mengen an. Weltweit werden insgesamt fast 130 Milliarden Corona-Masken verbraucht – pro Monat! Bisher wurden die meist einfach verbrannt, was zwar Wärmeenergie erzeugt, aber keine optimale Verwertung ist. 

Advertisement, Night, Outdoors
P.M. Schneller Schlau

Jetzt bestellen

Mit der neuen Beton-Methode ist enormer aufwand verbunden

Mit der neuen Beton-Methode könnte das Plastik einem besseren Zweck zugeführt werden. Zuvor wäre aber noch eine Reihe Probleme zu lösen. So müsste der Müll zunächst getrennt gesammelt werden und dann, um einer Corona-Infektion vorzubeugen, eine gewisse Zeit in Quarantäne gelagert werden. Vor dem Schreddern müsste er zudem gewaschen und getrocknet werden – ein enormer Aufwand, wie auch die Erfinder der Methode zugeben.

Der Artikel ist in P.M. Schneller Schlau erschienen.

Mehr zu: Technik
Neueste Nachrichten
25. Jan.
Forensik: Was digitale Daten verraten
Empfohlene Videos
Technik
Fliegen mit E-Antrieb?
26. Jan | 06:17 Min
Technik
Sparen mit Schneekanonen?
26. Jan | 05:31 Min
Technik
Erfolg mit neuer Forensik?
26. Jan | 08:47 Min
Technik
Stromstöße statt Backofen?
12. Jan | 06:20 Min
Technik
Haut für Hochhäuser?
12. Jan | 05:26 Min
Technik
Was tun bei einem Blackout?
12. Jan | 06:05 Min