Als Ungeziefer bezeichnet man kleinere Tiere, die unerwünscht sind. Oft haben sie keinen guten Ruf und gelten als Schädlinge und Krankheitsüberträger. Aber gibt es eigentlich auch Geziefer?

Wenn unliebsame Tierchen dort auftauchen, wo sie nicht hingehören, spricht man oft von Ungeziefer. Silberfische sind typische Vertreter, Asseln, Ameisen oder Kakerlaken. Die Vorsilbe »Un-« vor Geziefer brandmarkt sie eindeutig als unerwünscht. Zugleich lässt sie aber auch vermuten, dass es im Gegenzug (erwünschtes) Geziefer gibt.

Das Wort Geziefer verschwand aus dem Sprachgebrauch

Die Schlussfolgerung ist berechtigt – auch wenn heute keiner mehr den Begriff benutzt. Im Althochdeutschen war der Ausdruck Geziefer durchaus üblich. Mit ihm wurden all jene Tiere bezeichnet, die sich als Opfergaben eigneten, vor allem Schafe und Ziegen, aber auch Kühe, Schweine, Pferde und Hühner. Ungeziefer waren all die vielen anderen Tiere.

Die Zeit der Tieropfer ist hierzulande vorbei. Mit ihr verschwand auch das Wort Geziefer aus dem Sprachgebrauch. Die Bezeichnung Ungeziefer blieb hingegen bestehen. Nur Bedeutung und Wertung haben sich inzwischen geändert.

(Text: Johannes Landmann)

Der Text ist in P.M. Fragen & Antworten Ausgabe 09/2020 erschienen.

Wie lassen sich Schädlinge ökologisch bekämpfen?

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