Ob lokal, regional oder überregional, ob in der Tageszeitung, der Wochenzeitung oder im Internet: Die Liebe des Lebens wird überall gesucht. Er will sie finden, sie ihn, er ihn, sie sie.

Was heute ganz normal erscheint, war im 17. Jahrhundert etwas völlig Neues. Vorwiegend wurden Ehen damals von den Eltern angebahnt. Sie verhandelten über ihre Kinder wie über Handelswaren. Das änderte sich am 19. Juli 1695. In der von John Houghton herausgegebenen Wochenzeitung »A Collection for Improvement of Husbandry and Trade« (»Sammlung für den Fortschritt in Landwirtschaft und Handel«) erschien die weltweit erste Heiratsannonce. Die Zeitung war innovativ: Sie hatte auch als erste gewagt, einen Wetterbericht zu veröffentlichen.

Junge Dame mit Vermögen gesucht

Der Text der Kontaktanzeige lautet übersetzt: »Ein Herr von etwa 30 Jahren mit ansehnlichem Besitz sucht eine junge Dame mit einem Vermögen von circa 3000 Pfund.« Dass jemand eine Frau suchte, war schon damals nicht ungewöhnlich. Dies öffentlich in einer Zeitung zu wagen schon. Heute hingegen erschiene es eher abschreckend, materielle Anforderungen zu stellen. Auch wenn viele gegen ein kleines zu fließendes Vermögen wohl nichts ein zuwenden hätten.

(Text: Dieter Möller)

Der Artikel ist in der Ausgabe 11/2020 von P.M. Fragen & Antworten erschienen.

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