Es ist für uns der Normalzustand auf unserem Planeten: Ein ständiges um sich Kreisen. Doch was hält die Erde in der Bewegung?

Unser Planet dreht sich innerhalb von 24 Stunden einmal um seine Achse. Diese Rotation stammt noch aus den frühen Tagen des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren. Die Planeten entstanden aus Gaswolken, also einer Ansammlung von Teilchen, die kreuz und quer flogen. Jedes Teilchen brachte einen eigenen Drehimpuls mit – eine Bewegung relativ zum gemeinsamen Schwerpunkt. Als die Teilchen zu großen Brocken verklumpten, vereinigten sich ihre Drehimpulse – und lieferten die Drehbewegung der einzelnen Planeten, also auch die der Erde. Dabei passierte noch etwas Zweites: Die Erde und die anderen Planeten rotierten schneller als zuvor. Der Effekt ist von Eistänzerinnen bekannt, die bei einer Pirouette ihre Arme anziehen und sich dadurch schneller drehen. Der »Pirouetten-Effekt« tritt auf, weil der Drehimpuls immer konstant bleibt, auch wenn die Masse verdichtet – der Drehimpuls verteilt sich so auf ein kleineres Objekt, und als Ausgleich nimmt die Geschwindigkeit zu.

Zusammenprall mit der Erde: Seitdem rotieren wir

Verschiedene Ereignisse hatten zudem Einfluss auf die Rotation der Erde. Da wäre etwa die Entstehung des Mondes. Nach der gängigen Theorie entstand unser Erdtrabant, als ein großer Körper vor 4,5 Milliarden Jahren die Erde traf. Dabei löste sich ein Teil aus unserem Planeten heraus – aus ihnen bildete sich der Mond. Diese Kollision muss die Rotation der Erde auf einen Schlag massiv verändert haben. Wie genau, ist jedoch noch unklar. Solch eine Kollision mag auch der Grund sein, warum die Erdachse leicht geneigt ist, denn ursprünglich stand die Achse wohl senkrecht zur Bahn der Erde um die Sonne. Inzwischen dreht sich die Erde immer langsamer, die Tage werden länger – innerhalb eines Jahrhunderts nimmt die Länge eines Tages um 1,78 Millisekunden zu.

Die Dinosaurier hatten kürzere Tage

Als etwa die Dinosaurier vor 100 Millionen Jahren die Erde beherrschten, dauerte ihr Tag lediglich 23 Stunden. Die Verlangsamung ergibt sich aus der Reibung von Ebbe und Flut – die ausgelöst wird durch den Mond. Auch die anderen Planeten rotieren. Verschieden schnell, aber fast alle in dieselbe Richtung. Und auch sie erlebten solche Bombardements wie die Erde. Bei der Venus führten sie wohl dazu, dass sie sich als Einzige in die Gegenrichtung dreht. Beim Uranus wiederum drehte sich die Achse um mehr als 90 Grad. So sieht es aus, als rolle der Uranus um die Sonne.

(Text: Martin Scheufens)

Warum dreht sich die Erde im Sommer langsamer?

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