Nicht nur im Ostseeraum ist Bernstein weit verbreitet. Wissenschaftler haben in Myanmar einen sehr interessanten Fund gemacht, der einige Rätsel aufgibt.

Nur der Kopf ist noch übrig, doch für Wissenschaftler ist es trotzdem eine Sensation: Bereits 2016 fanden Minenarbeiter in Myanmar einen 14 Millimeter langen Minischädel, der von flüssigem Harz umschlossen und dadurch etwa 99 Millionen Jahre lang konserviert wurde. Forscher der chinesischen Akademie der Wissenschaften gaben dem Fund endlich einen Namen, im Rahmen einer Studie, die vor einiger Zeit veröffentlicht wurde: Oculudentavis khaungraae.

Und die Forscher vermeldeten, es handele sich um einen etwa zwei Gramm schweren, vogelartigen Dinosaurier mit großen Augen wie von einer Echse und Hunderten spitzer Zähne. Mehr, als jeder seiner Zeitgenossen im Mesozoikum hatte.

Der Name basiert auf den lateinischen Wörtern für Auge (»oculus«), Zähne (»dentes«) und Vogel (»avis«) sowie dem Namen der Sammlerin Khaung Ra, die den kieselgroßen Bernstein zuerst besaß und schließlich einem Museum stiftete. Das Tier, das von den Wissenschaftlern auch inoffiziell »Teenie Weenie« genannt wird, ist kleiner als die Bienenelfe, die kleinste lebende Kolibri-Art der Welt.

Konserviert in Bernstein: Mini-Dinosaurier – oder doch Eidechse?

Doch wie so oft in der Forschung gab es Zweifel. Und andere Forscher aus China vermeldeten, dass es sich nicht um einen Dinosaurier handele, sondern um eine Echse. Sie hatten Aufnahmen aus dem Computertomografen ausgewertet und anders interpretiert. Die erste Studie wurde zurückgezogen, und die Diskussion wird weitergeführt. Doch es bleibt ein wichtiger Fund, denn nur wenig ist bekannt über die winzigen Pflanzen und Tiere im Zeitalter der Dinosaurier.

(Text: Tino Falke / Redaktion)

Der Artikel ist in der Ausgabe 11/2020 von P.M. Fragen & Antworten erschienen.

Warum haben Krokodile die Saurier überlebt?

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