Ameisen leben zu mehreren Millionen in gigantischen Bauten. Ohne Arbeitsteilung und Austausch funktioniert hier nichts.

Für ihren Staat sind Ameisen ständig auf der Suche nach Futter. Findet eine Späherameise eine Quelle, so läuft sie zurück zum Bau und hinterlässt dabei eine Duftspur. So kann sie selbst die Quelle schnell wiederfinden und andere aus ihrem Staat ebenfalls. So bildet sich entlang der Spur eine Ameisenstraße, über die die Futterquelle ausgeschöpft wird.

Ameisenstraßen werden durch Duftstoffe markiert

Dabei kommt es immer wieder vor, dass Ameisen sich begegnen, innehalten und einander für gewöhnlich mit ihren Antennen betasten. »Mehrere Studien haben gezeigt, dass dies keine zufälligen Begegnungen sind«, sagt die Ameisenforscherin Daniela Römer von der Universität Würzburg. »Im Gegenteil suchen die Ameisen gezielt den Kontakt, man könnte also tatsächlich von Abklatschen sprechen.« Wobei der Kontakt auch dem Austausch dient: Die eine gibt der anderen Infos über die Nahrungsquelle weiter und animiert sie, ebenfalls Futter zu sammeln. Auf den Straßen innerhalb des Baus kommt es zu ähnlichen Begegnungen. Dort prüfen die Insekten, ob die andere Ameise auch wirklich zum eigenen Staat gehört. Falls nicht, gibt es Ärger.

(Text: Jan Berndorff)

Der Text ist in P.M. Fragen & Antworten Ausgabe 08/2020 erschienen.

Wie überleben Ameisen eine Überschwemmung?

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