“Bitte machen Sie ihr Radio leiser!” Im Hörfunk und Fernsehen ist ein akustisches Phänomen besonders gefürchtet: Die Rückkopplung. Doch was steckt hinter diesem seltsamen Effekt?

Eine Rückkopplung gibt es dann, wenn der Ton eines Lautsprechers wieder auf das Mikrofon trifft, das diesen Ton aufgenommen hat. Etwa wenn das Radio läuft und man gleichzeitig live mit dem Moderator telefoniert. Oder wenn beim Musikmachen der Schall aus den Boxen ins Gesangsmikro gelangt.

Bestimmte Frequenzen in den Tönen werden dann vom Lautsprecher verstärkt, wieder abgestrahlt, gelangen über das Mikro erneut in den Lautsprecher, werden wieder verstärkt und so weiter. Der Schall läuft quasi im Kreis und schaukelt sich in den verstärkten Frequenzen hoch, bis schließlich nur noch ein scheußliches Pfeifen zu hören ist. Auch bei Hörgeräten kann das passieren, wenn sie nicht richtig im Ohr sitzen, sodass ihre verstärkten Töne aus dem Ohr zurück nach außen und wieder in die Mikros gelangen.

Der Schall läuft bei einer Rückkopplung quasi im Kreis

Verhindern lässt sich das, indem man Lautsprecher und Mikrofon voneinander wegrichtet oder für größeren Abstand zwischen beiden sorgt. Beim Radio reicht es oft, den Apparat leiser zu stellen; bei der Musikanlage nutzt man Richtmikrofone oder regelt mit einem »Equalizer« die hohen Frequenzen herunter.

Die Beatles waren die Ersten, die das Pfeifen einer Rückkopplung gezielt einsetzten, im Intro zu »I Feel Fine«. Jimi Hendrix machte daraus eine eigene Kunst. Und Lou Reeds Album »Metal Machine Music« besteht ganz aus Gitarren-Feedbacks und Verzerrungen – um dem Knebelvertrag einer Plattenfirma zu entkommen, glauben Kenner.

(Text: Jan Berndorff)

Wie lassen sich Hörbehinderungen verhindern?

P.M. Magazin
ANZEIGE

P.M. Magazin

Spannende Berichte aus Forschung und Technik von heute und morgen.

Jetzt bestellen