Nicht-Botaniker sind überrascht, wenn sie hören, dass Bananen, Kürbisse und Gurken Beeren sind, während Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren nicht zu den Beeren gehören, obwohl sie doch so heißen.

Die Namen vieler Früchte gibt es schon länger als die botanische Definition der Beere. Das führt heutzutage zu einiger Verwirrung: Viele vermeintliche Beeren sind in Wahrheit keine. Und so manches Obst und Gemüse gehört dazu, auch wenn es nicht klein, rundlich und süß ist.

Botanisch gilt als Beere eine Frucht, die aus einem einzigen oder mehreren verwachsenen Fruchtblättern hervorgegangen ist und mehrere Samen mit ihrem Fruchtfleisch einhüllt. Es besteht aus drei Schichten: der Außenhaut (Exokarp), dem fleischigen Mittelteil (Mesokarp) und dem oft etwas dunkleren Innenteil (Endokarp), der die Samen umgibt. Nach dieser Definition zählen auch Bananen, Gurken, Melonen, Kürbisse, Zitrusfrüchte, Datteln, Kiwis, Paprika, Auberginen und Tomaten zu den Beeren. Ist der innere Teil einer Frucht zu einem Samen verholzt, wie etwa bei Kirsche, Holunderbeere oder Pfirsich, spricht man von einer Steinfrucht. Sind alle drei Schichten verholzt, handelt es sich um eine Nuss.

Auf das Innere kommt es an

Und wohin gehören unsere »Beerenklassiker« Himbeere, Brombeere und Erdbeere? Himbeeren und Brombeeren sind Sammelsteinfrüchte, weil sie sich quasi aus mehreren winzigen Steinfrüchten zusammensetzen. Und die Erdbeere ist eine Sammelnussfrucht, weil das rote Fruchtfleisch in Wahrheit nur der aufgequollene Blütenboden der Pflanze ist, auf dem viele kleine Nüsschen in Form von gelben Körnchen sitzen.

(Text: Jan Berndorff)

Dieser Artikel ist in P.M. Fragen & Antworten erschienen.

Was haben Früchte mit unserem Sehsinn zu tun?

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