Nicht immer sagen wir mit dem Mund, was wir denken oder fühlen. Unser Körper schon: das Kräuseln der Lippen, das Hochziehen einer Augenbraue – schon solche Mikrogesten in der Körpersprache geben Aufschluss über unsere wahren Gefühle und Gedanken.

Dass man sich über nonverbale Signale bei seinem Chef einschmeicheln kann, ahnte bereits der große deutsche Dichter Friedrich Schiller. In seinem Drama »Wallenstein« spottet er über die ehrgeizigen Soldaten des Feldherrn: »Wie er räuspert und wie er spuckt. Das habt Ihr ihm glücklich abgeguckt.« Die psychologische Forschung hat inzwischen nachgewiesen, dass wir in Gesprächen die Sprache, Mimik und Gestik unseres Gegenübers immer ein bisschen kopieren, ohne es zu merken. Diese unbewusste »Verhaltens-Mimikry« hat Folgen.

Körpersprache ist für Kommunikation entscheidend

Wer unsere Körpersprache besonders häufig spiegelt, den finden wir auch besonders sympathisch, wie etwa die Studien von Tanya Chartrand von der Duke University zeigen.
Doch funktioniert dieser Effekt auch, wenn man ihn bewusst und strategisch einsetzt? Offenbar schon, berichten die Psychologen: Wer andere spiegelt, erzielt in schwierigen Geschäftsverhandlungen fünfmal häufiger eine gütliche Einigung. Auch eine absichtliche Mimikry schafft also Vertrauen und macht unser Gegenüber hilfsbereiter. Natürlich versagt der Zaubertrick, sobald uns bewusst wird, dass der andere unsere Bewegungen nachäfft. Das geschieht allerdings viel seltener, als die meisten glauben. »Unsere Probanden merken praktisch nie, dass sie nachgeahmt werden«, sagt Tanya Chartrand.

(Text: Jochen Metzger)

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