Ist die Blase gut gefüllt, gibt uns der Körper zu verstehen, dass es Zeit wird, auf die Toilette zu gehen. Leider nicht immer im passenden Moment.

Es steht in den offiziellen Bewerbungskriterien zwar nicht drin. Aber wer Lokführer werden will, sollte eine starke Blase haben. Denn anders als man vielleicht denkt, gibt es in der Lok keine eigene Toilette. Stattdessen heißt es im Falle des dringenden Bedürfnisses: Beim nächsten Halt Beine in die Hand nehmen und schnell die Toilette im Bahnhof aufsuchen – vielleicht schafft man es sogar bis zur Betriebstoilette der Einsatzstelle. Wenn keine Fahrgäste in der Nähe sind, nutzen Lokführer auch mal eine normale Bordtoilette. »Ansonsten hilft nur jahrelanges Training, dass man im Extremfall ein paar Stunden durchhält«, sagt ein Lokführer aus dem Raum Stuttgart, der gerne anonym bleiben will. »Neulich hat mir ein Freund vom Fernverkehr gesagt, er schaffe jetzt die Strecke Dortmund–Stuttgart ohne Pinkelpause.«

Eine Flasche ist auch keine Lösung

Hinter vorgehaltener Hand verraten Insider, dass Einzelne sich im Notfall auch mal mit einer leeren Wasserflasche behelfen, aber das funktioniere nur bei einem Halt – nicht während der Fahrt. Tatsächlich wollte die Deutsche Bahn vor einiger Zeit solche Notbehelfe offiziell einführen. Die Mehrheit der Mitarbeiter lehnte dies aber ab, und so wurde die Idee wieder verworfen. Der heißeste Tipp erfahrener Lokführer lautet daher unterm Strich genauso wie der verantwortungsbewusster Eltern vor der Urlaubsfahrt: Egal ob man wirklich muss, einfach vor Fahrtantritt noch mal auf das WC verschwinden, dann reicht es in der Regel bis zum nächsten geplanten Stopp.

(Text: Jan Berndorff)

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