Mit ihrer Ernährungsweise wollen Klimatarier möglichst wenig Klimagase produzieren. Sie setzen auf regionale und saisonale Produkte, viel Gemüse und Obst sowie aussortierte Lebensmittel.

Klamotten aus zweiter Hand kaufen, das Fahrrad dem Auto vorziehen, den Kaffee in der eigenen Tasse statt im Plastikbecher genießen: Viele Menschen ändern ihr Verhalten im Alltag, um das Klima zu schützen. Und für manche kommt noch ein weiterer Weg hinzu: Sie nennen sich Klimatarier und wollen mit ihrer Ernährung die Umwelt möglichst wenig belasten. Wie aber soll das funktionieren? Das hat sich unter anderem der schwedische Ökologe David Bryngelsson in seiner Doktorarbeit angesehen. Bryngelsson verglich, wie viele Treibhausgase man produziert – je nach Ernährungsweise, von vegan bis fleischlastig. Auch beim Fleisch unterschied er noch mal zwischen jenem von Rindern, Schweinen oder Hühnern. Seine Ergebnisse bestätigen erneut, dass der Verzehr von Rindfleisch und Käse das Klima stark belastet, weil Kühe sehr viel Methan produzieren und die Tiere große Weideflächen brauchen, für die Wälder gerodet werden.

Klimatarier achten bei Lebensmitteln auf die CO2-Bilanz

Auch Schweinefleisch aus industrieller Haltung ist problematisch, weil die Tiere mit proteinreichem Soja gefüttert werden. Und für den Anbau des Sojas werden ebenfalls Bäume abgeholzt. Auch Vegetarier, die Tofu statt Fleisch verspeisen, tragen zur Belastung des Klimas bei, allerdings nur in geringem Maße. Klare Gewinner unter den Klimaschützern sind daher die Veganer. Das bedeutet aber nicht, dass alle Menschen auf Fleisch verzichten müssen. Es würde die Umwelt schon enorm schonen, wenn sie auf Hühnerfleisch umstiegen und weitgehend auf Milchprodukte verzichteten. Auch andere kleine Veränderungen helfen – statt Butter Margarine zu verwenden zum Beispiel. Regionales und jahreszeitlich aktuelles Gemüse und Obst kaufen, um lange Transportwege zu vermeiden. Wenig Essen wegwerfen und die Mahlzeiten selbst zubereiten. Ein Mensch isst durchschnittlich 500 Kilogramm Lebensmittel im Jahr und produziert dadurch circa zwei Tonnen Kohlendioxid. Etwa 45 Prozent davon entstehen bei der Erzeugung vom Acker bis zum Supermarkt, der Rest bei Einkauf, Lagerung und Verarbeitung, so berichtet es das Bundeszentrum für Ernährung.

(Text: Astrid Viciano)

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