Das Alleinsein hat seine ganz besonderen Qualitäten. Beispielsweise kann es dazu beitragen sich zu fokussieren und die Konzentration zu steigern.

Wer den ganzen Tag unter Leuten war, der braucht wahrscheinlich auch mal ein bisschen Ruhe. Die stillen Momente gehören sozusagen zur »ausgewogenen Ernährung« unseres Soziallebens, wie es der Psychologe Jeffrey Hall von der University of Kansas formuliert. Doch während wir mit dem Wort »Einsamkeit« einen Begriff für den traurigen Hunger nach menschlichem Kontakt haben, fehlen uns für das gegenteilige Gefühl buchstäblich die Worte. Das ist nicht nur im Deutschen so, sondern auch im Englischen, wo Einsamkeit als »loneliness« bezeichnet wird.

Alleinsein muss nicht einsam sein

Jetzt hat der im kanadischen Ottawa lehrende Schüchternheitsforscher Robert Coplan den Versuch unternommen, diese Leerstelle zu füllen, natürlich erst einmal nur für die englische Sprache. Die »negativen Gefühle, die in uns aufsteigen, wenn wir nicht genügend Zeit allein verbringen«, bezeichnet er mit dem Kunstwort »Aloneliness«. Glaubt man Coplan, dann wird es für diese Erfindung höchste Zeit. Vielen Menschen, so der Psychologe, fällt es wegen des fehlenden Wortes nämlich schwer, die Emotion überhaupt zu erkennen und richtig zu deuten. Wir fühlen uns irgendwie ängstlich, erschöpft oder gestresst »und merken womöglich gar nicht, dass uns einfach ein bisschen Zeit für uns fehlt, um uns besser zu fühlen«.

(Text: Jochen Metzger)

Wie können wir komplett autark leben?

P.M. Fragen und Antworten
ANZEIGE

P.M. Fragen und Antworten

Schnelles Wissen aus allen Bereichen des Lebens.

Jetzt bestellen