Die Sonnenfinsternis vom 28. Mai 585 v. Chr. ist als totale Sonnenfinsternis durch zwei Umstände hervorzuheben. Was sie so besonders macht und wie sie einen Krieg gestoppt hat, lesen Sie hier.

Die totale Sonnenfinsternis vom 28. Mai des Jahres 585 vor Christus war ein ganz besonderes Ereignis. Denn sie war die erste, die ein Gelehrter vorhergesagt hatte: Angeblich soll Thales von Milet sie berechnet haben, allerdings lediglich das Jahr und nicht etwa den genauen Tag – dennoch für die damalige Zeit eine große Leistung.

Foto (C): Mauritius
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Der griechische Philosoph und Astronom Thales von Milet (ca. 623-547 v.Chr) berechnete das Ereignis voraus

Diese Sonnenfinsternis ist aber noch aus einem anderen Grund berühmt: Herodot berichtet von einem Konflikt zwischen Lydern und den Medern, kriegerischen Völkern in Kleinasien. Die Lyder siedelten im Norden und Westen der heutigen Türkei, die Meder von Anato­lien bis zum heutigen Iran. Bei der Schlacht von Halys, dem längsten Fluss der Türkei (heute Kizilirmak), der das Herrschaftsgebiet der beiden Völker trennte, wurde plötzlich »der Tag zur Nacht«, die Sonne verdunkelte sich.

Der Tag wird zur Nacht und Feinde schließen Frieden

Die Feldherren schickten einander ihre Abgesandten und kamen überein, dass dieses wundersame Phänomen als Zeichen der Götter gewertet werden musste. So schlossen die Feinde Frieden.

Damit ist diese Schlacht das erste Weltereignis, von dem wir den exakten Tag wissen. Im 20. Jahrhundert bezeichnete der Science-Fiction-Autor Isaac Asimov den 28. Mai 585 v.Chr. gar als »Geburtsstunde der Wissenschaft« – dank der Vorhersage des Thales von Milet.

(Text: Stefan Maiwald)

Der Text ist in P.M. Fragen & Antworten Ausgabe 09/2020 erschienen.

Warum erlischt die Sonne?

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