Er konnte sprechen, zählen und sogar rauchen: Vor über 80 Jahren wurde der Roboter Elektro auf der New Yorker Weltausstellung zum E-Promi.

Der mehr als zwei Meter große Roboter »Elektro« ist im Jahr 1939 eine Attraktion auf der Weltausstellung in New York. Er spricht sogar mit tiefer Stimme: »Ich. Habe. Ein. Ausgezeichnetes. Gehirn. Aus. 48. Elektronischen. Relais«, tönt es aus ihm heraus, sein Unterkiefer bewegt sich dabei. Er kann rechnen und das Ergebnis mit seinen Metallfingern zeigen, und er tut so, als würde er eine Zigarette rauchen.

Elektro – Das technische Wunderwerk

Rund zehn Jahre zuvor lief »Metropolis« in den Kinos mit der Androidin Maria in der heimlichen Hauptrolle – das New Yorker Publikum ist also begeistert von dem »echten Roboter«, und der Elektronikkonzern Westinghouse ist es auch; Elektro macht schließlich für ihn Werbung. Gesteuert wird das technische Wunderwerk per Stimme: Ein Conférencier spricht in ein Telefon, das mit der Maschine verbunden ist, und je nach Anzahl der Silben vollführt der Roboter eine von 26 fest verdrahteten Prozeduren, hebt und senkt die Arme oder bewegt den Kopf. Elektro ist ein Star, die Ingenieure bauen ihm sogar einen Roboterhund, »Sparko«, der mit seinem Metallschwanz wedeln kann.

Jetzt ruht der Roboter in einem Heimatmuseum

Dann erreicht 1941 der Zweite Weltkrieg die USA. Ein Ingenieur rettet den Roboter vor dem Einschmelzen, indem er ihn mit zu sich nach Hause nimmt. Dort entdeckt ihn sein achtjähriger Sohn Jack – und so verbringt Elektro die Kriegsjahre als Spielzeug. Danach tingelt er wieder durch die USA und tritt mit der Schwester von Brigitte Bardot in einem Spielfilm auf.

Doch als das Computerzeitalter beginnt, ist seine Zeit vorbei. In den Siebzigern erhält ein Angestellter von Westinghouse seinen Kopf als Abschiedsgeschenk. Der Rest von »Elektro« scheint verloren – bis seine Teile zufällig wiedergefunden werden und er 2004 zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder zusammengesetzt wird. Seitdem steht er im Heimatmuseum von Mansfield, Ohio. Sein Gefährte »Sparko« allerdings ist bis heute leider verschollen.

(Text: Sven Stillich)

Der Artikel ist in der Ausgabe 10/2020 von P.M. Fragen & Antworten erschienen.

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