Kaschmir und Mohair sind ein Schnäppchen im Vergleich zur Wolle der Vikunjas: Ein Mantel aus deren feinem Fell kostet rund 20 000 Euro.

Die Haare des Vikunja, der kleinsten Kamelart, sind 80-mal feiner als Menschenhaare. So fein, dass die Arbeiterinnen in den Wollmanufakturen in Südamerika Atemschutzmasken tragen, um sie nicht einzuatmen. Die Haare werden bis zu 50 Millimeter lang und haben einen Durchmesser von 10 bis 20 Mikrometern.

Ungesponnen kostet Vikunja-Wolle 400 bis 600 Euro das Kilogramm – Kaschmir ist dagegen mit 200 Euro vergleichsweise ein Schnäppchen, von simpler Schafwolle für fünf bis sechs Euro pro Kilo ganz zu schweigen. Nach dem Waschen und Verspinnen liegt die Vikunja-Wolle bei 1000 Euro das Kilo.

Ein leichter Schal liegt je nach Hersteller und Ausführung für 1200 bis 4000 Euro in Luxusboutiquen, ein Paar Vikunja-Socken kostet 400 bis 800 Euro, ein Pullover 2500 bis 5000, ein Strickmantel schon mal 20 000 Euro. Er enthält dann aber auch die geschorene Wolle von 30 Vikunjas.

Rund 300 000 Tiere sollen in freier Wildbahn leben

Vikunjas sind die kleinste Kamelart, höckerlos, verwandt mit Lama und Alpaka. Sie leben in 3500 bis 5500 Meter Höhe in den Anden von Peru, Argentinien, Chile, Bolivien und Ecuador. Nachdem früher der Bestand durch Wilderer stark dezimiert wurde, sind sie heute besser geschützt. Rund 300 000 Tiere soll es geben, sie leben alle in freier Wildbahn.

Nur alle zwei Jahre dürfen die Herden eingefangen und die Tiere geschoren werden. Jedes liefert dann gerade mal 150 bis 200 Gramm Wolle ab – die Hälfte davon eignet sich zum Spinnen. Die Produkte daraus sind feiner, wärmer und widerstandsfähiger als die aus jeder anderen Wolle. 

(Autor: Thomas Röbke)

Der Artikel ist in der Ausgabe 01/2021 von P.M. Fragen & Antworten erschienen

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