Heute streunen nur noch Katzen über die Dachböden, doch früher war das anders! Da mussten sich auch zunftlose Handwerker dort zum Arbeiten verstecken.

Der Begriff »Bönhase« oder »Böhnhase« wurde einst scherzhaft für eine Katze verwendet, vor allem in Norddeutschland und Hamburg. Mit »Böhn« (Bühne) war dabei ein Dachboden gemeint, daher sagte man in manchen Regionen auch »Dachhase«. Aber nicht nur für auf dem Speicher streunende Katzen wurde der Begriff im 15. Jahrhundert gebraucht, sondern auch für Handwerker, die keiner Zunft angehörten. Dazu gehörten laut dem Wörterbuch von Kluge vor allem Schneider, die heimlich in entlegenen Räumen arbeiteten.

Das Wort Bönhase wird heute kaum noch verwendet

Generell zählten zu den Bönhasen verschiedene Handwerker, die aus unterschiedlichen Gründen keiner Zunft angehörten, aber mit ihrem Beruf Geld verdienen wollten. Weil ihre Arbeit oft als illegal galt, mussten sie häufiger die Flucht vor Kontrolleuren antreten. Und so taucht der Begriff Bönhase auch im ab 1854 publizierten Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm auf. In Band II aus dem Jahr 1860 steht Folgendes: »eigentlich bodenhase, namentlich ein schneider, der kein meister ist, heimlich unter dem dache, auf der bühne, auf dem boden arbeitet, wie ein gejagter hase auf den boden flüchten musz.«

(Text: Christiane Löll)

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