Egal ob bei Livewetten, als Strafstoß, der den Spielverlauf komplett auf den Kopf stellt, oder zur Entscheidung in Turnierspielen: Der Elfmeter bietet immer ein besonderes Spannungsmoment für Zuschauer und Spieler

Zur Statistik des Elfmeter-Schiessens, bei der diese Frage für den Schützen im Mittelpunkt steht, wurden schon viele Studien gemacht. Analysen bei den Welt- und Europameisterschaften der vergangenen 40 bis 50 Jahre zum Beispiel haben gezeigt: Im Schnitt treffen die Schützen zu rund 75 Prozent, also drei von vier Elfmetern. Der Rest wird gehalten oder geht am Tor vorbei.

Bei Hochschüssen konnte der Torhüter in keinem Fall halten. Allerdings ging der Ball dabei auch in fast 30 Prozent der Fälle daneben, weil es eben technisch schwieriger ist, den Ball bei einem hohen Schuss zu kontrollieren. Darum schossen nur rund 20 Prozent der Schützen hoch aufs Tor.

Die meisten, etwa die Hälfte von allen, entschieden sich für einen Flachschuss in eine der beiden Ecken oder in die Mitte, der Rest für einen halbhohen Schuss. Flachschüsse gingen nur zu gut fünf Prozent am Tor vorbei, wurden aber zu gut 25 Prozent gehalten. Bei halbhohen Bällen gingen zwei Prozent daneben und 15 Prozent wurden von den Torhütern gehalten.

Daraus ergibt sich: Halbhohe Bälle haben am häufigsten, zu fast 83 Prozent, zu einem Tor geführt. Wobei die meisten gehaltenen Bälle jene waren, die mittig geschossen wurden.

Elfmeterschießen gibt es dann, wenn ein Spiel unbedingt entschieden werden muss

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein Schuss halbhoch in eine der Ecken ist statistisch gesehen am effektivsten, das haben auch andere Studien ergeben. Schützen mit besonders guter Schusstechnik sollten es aber vielleicht trotzdem hoch probieren, weil der Torwart dann keine Chance hat. Zusätzlich gibt es noch einige strategische Kniffe: Entscheidet sich der Schütze vor dem Schuss für eine Ecke, trifft er nur in 71,5 Prozent der Fälle. Ist er aber technisch so gewandt, dass er noch während des Anlaufs ausgucken kann, für welche Ecke der Torhüter sich entschieden hat, um dann in die andere zu schießen, so trifft er zu fast 95 Prozent.

Diese Gabe des Ausguckens ist aber nur wenigen Spielern gegeben. In jedem Fall sollte ein Schütze sich etwas Zeit mit dem Schuss lassen, auch das erhöht die Trefferquote. Und, ganz wichtig, das haben Sportpsychologen immer wieder festgestellt: Sie sollten Überlegenheit zur Schau stellen, dem Torhüter zum Beispiel in die Augen schauen und ihm bei der Vorbereitung auf den Schuss nicht den Rücken zukehren. Solche psychologischen Faktoren beeinflussen ebenfalls enorm die Trefferquote. Kleiner Nebenschauplatz: Eine Studie der Deutschen Sporthochschule widmete sich den Elfmeter-Erfolgen von 27 Nationalmannschaften zwischen 1982 und 2012. Am treffsichersten zeigten sich Deutschland, die Tschechische Republik, Belgien, Paraguay, Südkorea sowie die Türkei.

(Text: Jan Berndorff / Redaktion P.M.)

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