Die kleinste Vogelart der Welt gehört zu den Kolibris, die Bienenelfe mit knapp sechs Zentimetern. Die Minis können jedoch etwas Besonderes: Wie ein Helikopter stehen sie über der Erde in der Luft

Vorwiegend Kolibris, aber auch einige Fledermaus– und viele Insektenarten können beim Flug in der Luft stehen. Sie schaffen es sogar, rückwärts zu fliegen. Nur so können sie zum Beispiel in Ruhe Nektar aus Blüten trinken. Dazu verhilft ihnen ihr spezieller Flügelschlag. Er ist nicht nur sehr schnell – bei Kolibris bis zu 50 Schläge pro Sekunde –, sondern auch ausgeklügelt: Im sogenannten Schwirrflug drehen die Tiere ihre Flügel beim Aufwärtsschlag – ähnlich wie wir beim Schwimmen, wenn wir an einer Stelle ausharren wollen: Dann bewegen wir die Arme unter der Wasseroberfläche in einer Art Schleife hin und her und drehen dabei die Hände. So produziert auch die Aufwärtsbewegung der Flügel Auftrieb.

Auf dem Weg zu Flugrobotern

Die Technik des Schwirrflugs variiert allerdings: Kolibris können ihre Flügel besser drehen und produzieren so beim Hochschlagen mehr Auftrieb. Dafür haben Fledermäuse in Relation zu ihrem Körper größere Flügel, die weiter ausholen. Außerdem steuern sie die Form ihrer Flügel mit den Fingern. Damit können sie kompensieren, dass ihre Flügel aus durchgehenden Membranen bestehen statt aus einzelnen beweglichen Federn. Federn haben beim Aufwärtsschlagen den Vorteil, dass die Vögel sie wie die Lamellen einer Jalousie senkrecht stellen und so den Luftwiderstand verringern können. Mit ihren Erkenntnissen aus solchen Flugstudien wollen Forscher nun dazu beitragen, energieeffiziente und stabil fliegende Flugroboter zu bauen.

(Text: Jan Berndorff)

Interessieren Sie sich für Flugtechnik? Darüber berichtet das P.M. Magazin regelmäßig. Zum Beispiel in Heft 01/2020. Da geht es um abgasfreie Flieger.

Personenspürhunde // Fledermäuse als Virenschleudern // Entstehung der Planeten

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