Was aufgebaut wird, muss irgendwann auch wieder abgebaut werden. Doch wohin mit den alten Windkraftanlagen?

Windenergieanlagen produzierten im vergangenen Jahr etwa die Hälfte des erneuerbaren Stroms in Deutschland. Nach einigen Jahrzehnten ist der Betrieb der Anlagen aber oft nicht mehr wirtschaftlich. Verschärft wird dies durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aus dem Jahr 2000, das eine zwanzigjährige finanzielle Subvention für Neuanlagen vorsieht. Ende des Jahres fallen somit erstmals Anlagen aus dem Förderprogramm.

Nach ihrem Betriebsende müssen die derzeit rund 30 000 Windräder in Deutschland ökologisch sinnvoll entsorgt werden. Durch ihren Rückbau werden jährlich etwa 5,5 Millionen Tonnen Beton und etwa eine Million Tonnen Stahl anfallen, wie das Umweltbundesamt in einer Studie schätzt. Diese Reststoffe lassen sich jedoch auf konventionellem Wege gut verwerten.

Das größte Problem ist die Entsorgung der Rotorblätter

Größeres Kopfzerbrechen bereitet der Branche die Entsorgung der Rotorblätter, die zu bis zu 70 Prozent aus faserverstärkten Verbundwerkstoffen bestehen. Die stoffliche Verwertung der Materialien ist ökonomisch nicht sinnvoll und die Deponierung in Deutschland verboten.

Daher werden die Rotorblätter klein gehäckselt und als Sandersatz in der Zementindustrie genutzt oder in Verbrennungsanlagen verheizt. In Deutschland gibt es bislang nur eine einzige Verwertungsanlage für die sogenannten GFK/CFK-Abfälle. Das Umweltbundesamt dringt deshalb darauf, die Recyclingkapazitäten möglichst bald auszubauen. Schließlich gehört zum hohen ökologischen Standard der Windenergie auch ein verantwortungsvoller Umgang mit deren Hinterlassenschaften.

(Text: Frederik Kesting)

Der Artikel ist in der Ausgabe 10/2020 von P.M. Fragen & Antworten erschienen.

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