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Welches ist Europas giftigste Wildpflanze?

21. Juli
Plant, Flower, Blossom

Foto (C): imago images/Manfred Ruckszio

Wer dieser Pflanze begegnet, sollte eines beherzigen: Nur schauen, nicht anfassen!

Das Gewächs ist eine Schönheit: Bis zu 1,50 Meter reckt sich der Blaue Eisenhut mit seiner lang gezogenen Traube von betörend blauvioletten Blüten in die Höhe. Doch wer der Pflanze begegnet, sollte eines beherzigen: Nur schauen, nicht anfassen! Denn der Blaue Eisenhut ist Europas giftigste Wildpflanze. Schon zwei Gramm der knollenartig verdickten Wurzel können tödlich sein, und auch alle anderen Teile des Eisenhuts bergen Gefahr. Schon die Berührung reicht, denn selbst durch unverletzte Haut dringen die Giftstoffe in den Körper ein, lösen erst Brennen und Kribbeln aus, dann Taubheit und Lähmung. Innerhalb von Stunden kann es zu schweren Herzrhythmusstörungen kommen.

Plant, Flower, Blossom
Foto (C): imago images/Manfred Ruckszio

Die Pflanze enthält das Nervengift Aconitin: Es bringt die Steuerung von Zellen durcheinander und kann so eine fatale Wirkung auf die Herzmuskulatur haben. An seinen natürlichen Standorten im Gebirge – in den Alpen ist er teils auf über 2000 Meter Höhe zu finden – schützt sich der Eisenhut mit diesem und weiteren Giftstoffen effizient gegen Fressfeinde.

Menschen nutzen die Pflanze hingegen von jeher, um sich ihrer Feinde zu entledigen: Schon in der Antike war der Eisenhut bei Giftmischern beliebt. Und er dient bis heute als Mordwaffe. So kamen belgische Ermittler vor einigen Jahren einer Frau auf die Schliche, die ihren Gatten vergiftet hatte: Sie kochte einen Sud aus der Pflanze und mischte ihn samt einem Schlafmittel in eine Flasche Rotwein. Davon trank der Ehemann zum Abendessen.

In Ostasien gilt das Gift des Eisenhuts bis heute aber auch als Heilmittel: In sehr geringen Mengen wird es etwa bei Schmerzen, Herz- und Nervenleiden eingesetzt. Eine gewisse Wirkung mag sogar gegeben sein. Doch die Risiken sind hoch: Zwischen therapeutischer und tödlicher Dosis liegt nur ein schmaler Grat.

Der Artikel ist in der Ausgabe 07/2021 von P.M. Fragen & Antworten erschienen.

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