Weil sich in der Spülkammer oft Keime ansiedeln, sollte man die Schublade nach dem Waschgang offen stehen lassen. Wo tummeln sich noch die Keime und was kann man dagegen tun?

Waschmaschinen sind eigentlich dazu da, unsere Kleidung, Handtücher und Bettbezüge zu reinigen. Dabei können sie selbst mit der Zeit immer mehr Keime ansammeln, wenn man sie nicht penibel sauber hält. Forscher der Hochschule Furtwangen haben private Haushaltswaschmaschinen getestet und untersucht, welche Bakterien sich da einnisten und wo. Sie wiesen 229 verschiedene Arten von Keimen nach. Von den jeweils zehn häufigsten Arten jeder Probemaschine waren zwischen drei und sechs potenziell krank machend.

Bakterienparadies Einspülkammer

Die höchste Vielfalt zeigte die Einspülkammer – das ist bei den meisten Geräten eine Schublade, wo Waschmittel und gegebenenfalls Weichspüler eingefüllt werden. Doch das für seinen schlechten Geruch bekannte Bakterium Moraxella osloensis sammelte sich vor allem im Bullauge. Dieses Bakterium sei »hart im Nehmen« und halte die stark wechselnden Umweltbedingungen in der Bullaugendichtung anscheinend bestens aus, sagt Studienleiter Markus Egert. In 9 von 13 Waschmaschinen-Bullaugen wurde es gefunden. Paradox: Während heiße Waschgänge für die Wäschehygiene am besten sind, fördern sie anscheinend die Keimvielfalt in der Spülkammer. Warum, sollen weitere Studien noch zeigen.

Die Keime können lebensgefährlich sein

Derweil fand eine andere Studie der Universität Bonn, dass auch antibiotikaresistente Keime wie Klebsiella oxytoca von Waschmaschinen übertragen werden können. Diese Art fand sich ebenfalls in der Einspülkammer sowie an den Türdichtungen. Brisant daran: Der untersuchte Fall ereignete sich in einem Kinderkrankenhaus, das mit einer handelsüblichen Waschmaschine arbeitete. Für Babys und alte Menschen können solche Keime lebensgefährlich sein.

Tipps gegen Keime in der Waschmaschine

  • Dichtungen nach jedem Waschgang abtrocknen und alle zwei Wochen reinigen
  • Die Tür und auch die Waschmittelschublade zum Trocknen offen stehen lassen
  • Jede fünfte Wäsche, aber mindestens alle zwei Wochen, sollte ein 60-Grad-Waschgang mit einem bleichmittelhaltigen Vollwaschmittel erfolgen
  • Manche Wäschestücke sollten aus Hygienegründen immer bei 60 Grad gewaschen werden: zum Beispiel Unterwäsche, Bettwäsche, Spüllappen, Handtücher
  • Regelmäßig das Flusensieb (meist eine Klappe unten am Gerät) von Flusen befreien und das Restwasser ablassen

(Text: Jan Berndorff)

Der Artikel ist in der Ausgabe 10/2020 von P.M. Fragen & Antworten erschienen.

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